FXDF - Fat Bob Baujahr 2013

 

Die FXDF ist bis 2013 in dieser Variante gebaut worden und war nach erscheinen der neuen Modelle für 2014 klar meine erste Wahl. Nur mit Glück konnte ich noch eine solche Maschine in matt schwarz erhalten.

Da ist sie nun, die erste DYNA in unserem Stall. Ein klasse Big Bike mit Ecken und Kanten sowie einem mörderischen Vortrieb. Die Maschine wurde im Januar zugelassen und selbstverständlich direkt und ausgiebig getestet. Eine satte Strassenlage, sehr guter Vortrieb und eine gute Bereifung ließen mich direkt auf der Dicken wohlfühlen. Klar ist der Wechsel von einem Sporttourer mit über 120 PS auf eine Harley mit Twin und "nur" 79 PS eine Umstellung, aber die FXDF ist sicherlich die ideale Maschine zum sportlichen Einstieg in die Welt der Harleys.

Die offene Sitzposition, eine angenehme Beinhaltung und die ausladende Armstellung mögen auf den ersten Blick unbequem wirken, dies ist jedoch nicht der Fall. Im Gegenteil ist die Sitzhaltung eine willkommene Umstellung von der gebückten Haltung auf einem Sporttourer zur gemütlichen Sitzausstattung und Körperhaltung auf der Dicken. 

Nach mehreren Touren, die über 6 bis 8 Stunden Fahrzeit gingen, kann ich nur feststellen "genial". Keine Knieschmerzen und Sitzfalten am Hintern. Ein bequemer Sitz, geringe Vibrationen an den Fußrasten und den Lenkerenden sowie die eingebaute Steißbeinstütze im Sattel lassen nur den Tankstopp als notwendige Grund zur Pause zu.

Gut Hunger ist natürlich auch ein Argument.

Das Fahrverhalten ist gutmütig und verzeiht auch mal den einen oder anderen ungenauen Kurvenwinkel. Das Gewicht von 350 Kg ist jedoch nicht zu unterschätzen. Eine kraftvolle Hand wird dann doch gefordert, wenn die Maschine rangiert oder bei langsamer Fahrt um enge Winkel gezirkelt werden muss.

Die Serienbereifung läßt bei mir keine Wünsche aufkommen und ist erstmals nach 6 Jahren und 27.000 Km ausgetauscht worden. Das Hinterrad hatte immer noch 3,5 mm, war aber ausgehärtet. Wir fahren oft in der Gruppe und somit ist starke Beschleunigung oder Bremsmanöver eher die Seltenheit. Nach 5 Jahren konnte man merken, das es mit der Haftung langsam bergab ging. Wahnsinn, normalerweise geht man von 8.000 bzw. 14.000 Km aus.

Zum Triebwerk:

Mit 1690 ccm Hubraum und 79 PS bei 5.000 U/min,

erreicht die Maschine ca. 195 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Dieser Wert ist aber weitestgehend unerheblich, da die Maschine hierfür den notwendigen Windschutz vermissen läßt.

Das max. Drehmoment wird bei 3.500 U/min erreicht und liegt bei 132 Nm.

Natürlich bleibt solch eine Maschine nicht unverändert und diverse Zubehörkataloge von Harley und weiteren Anbietern laden zum Schrauben und Anbau von verschiedenen, mehr oder weniger nützlichen, Anbauteilen ein.

Für längere Strecken und vor allem in der kälteren Jahreszeit ist dieses Windschild angeschafft worden. Sicherlich streiten sich die Geister wenn man die Größe dieser Scheibe betrachtet, jedoch erfüllt sie mehr als ihren Zweck bezüglich der kalten Winde und führt auch zu möglichen längeren Reiszeiten und höheren Reisegeschwindigkeiten.

Vorgelegte Fußrasten sind werkseitig montiert und sorgen in Verbindung mit der Tourenscheibe für langes und ermüdungsfreies Fahren.

Die Reichweite einer Tankfüllung liegt, unter Berücksichtigung meiner Fahrweise, bei ca. 320 Km. 

Ausgrüstet mit einer Packtasche und einer Sissybar kann genug mitgeführt werden um einen Ausflug, mit und ohne Sozius, über einen längeren Zeitraum zum Genuß werden zu lassen.

Und wie es dann immer so ist, musste der satte Klang der Sportstermaschine einem DYNA- Fahrer die Schamesröte ins Gesicht treiben. Die neuen Maschinen sind so zugestopft, das ist schon nicht mehr schön.

Glücklicherweise kann aus dem reichhaltigem Angebot diverser Hersteller für Abhilfe gesorgt werden.

 

 

 

Bei mir ist nun eine Miller UTAH verbaut. Klasse Sound, wie es sich für eine Harley gehört.

In Frühjahr 2018 wurde dann noch die Maschine mit einem passenden Mapping versehen, um den Motorlauf zu verbessern und die Leistungskurve zu optimieren. Nun gibt es kein knallen mehr im Auspuff und der Motor wird auch nicht mehr so heiß. Zumindest ist die automatische Abschaltung des hinteren Zylinders nicht mehr aktiviert worden.

Ein Nebeneffekt ist jedoch der um ca. 1 Liter gestiegene Verbrauch.

Voll beladen ging es dann 2019 zu den Harley Days nach Dresden. In Summe sind wir in 2 Wochen ca. 2.200 Km gefahren. Dabei hat uns nur ein loses Schaltgestänge kurz zum Halten gebracht. Innerhalb von 5 Minuten war auch dieses kleine Problem behoben. Auch unsere Sportster hat die Strecke ohne jegliche Mucken zurück gelegt. Zumal wir die Anreise bei 38 Grad und die Rückreise bei ca. 32 Grad angetreten haben.

Zusätzlich montiert sind ein paar speziell angefertigte Packtaschen für die Halterungen an der Maschine und eine große Packtasche auf dem Sissy Bar Träger. Somit stehen an der Maschine im Standard ca. 60 Liter Stauraum zur Verfügung.

Die Packtaschen sind aus Leder und innen mit Edelstahlplatten versehen, zur festen Montage an den Trägern. Die Sissy Bar Tasche ist ebenfalls aus Leder und innen mit Kunststoffeinlagen formstabil ausgekleidet.

Zwischendurch wurden die beiden Scheinwerfer durch LED Einsätze getauscht, was einen Ausleuchtungszuwachs von ca. 100 % nach sich zieht. Die Ausleuchtung der Fahrbahn ist sehr gut und blendet auch den Gegenverkehr nicht. Der Einbau dauerte ca. 45 Minuten und ist für einen Gelegenheitsschrauber mit ein wenig Verständnis für elektrische Schaltungen kein Problem. Die Stecker wurden von mir durch Schnellkupplungen ersetzt, so das jederzeit ohne großen Aufwand auch die Serienleuchten wieder eingesetzt werden können. Mit E9 Kennung kosteten die Einsätze 170 €. Naja, die Prüfnummer habe ich allerdings noch nicht gefunden ;-)

 

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