Handelsfachwirt

Der Handelsfachwirt ist ein sehr beliebter Weiterbildungsgang für Logistiker und Kaufleute aus dem Groß- und Einzelhandel.

Bedeutung  in den Unternehmen und Tätigkeitsfeld:

Der Beruf zielt auf erweiterte kaufmännische Tätigkeiten ab und schließt die Lücke zwischen der Geschäftsführung und den Meistern bzw. Teamleitern in Großbetrieben. Typische Positionen für den Handelsfachwirt, mit entsprechender Berufserfahrung sind:

                  • Abteilungsleiter,
                  • Filialleiter

Sie finden aber auch häufig in folgenden Bereichen Führungsaufgaben, wie zum Beispiel im:

                  • Personalwesen
                  • Rechnungswesen
                  • Einkauf
                  • Logistik
                  • Marketing

 

Welche Zugangsvoraussetzungen sind notwendig, bzw. reicht auch eine langjährige Berufserfahrung?

  • Eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten kaufmännischen Ausbildungsberuf und drei Jahre Berufspraxis in einem Handelsbetrieb ist die eine Zugangsqualifikation, die andere ist,
  • eine abgeschlossene Handelsspezifische Ausbildung und zwei Jahre Berufspraxis in einem Handelsbetrieb ist eine weiter Möglichkeit die Zugangsvoraussetzung zu erlangen.

Sollten beide Voraussetzungen nicht erfüllt sein, gibt es noch eine letzte Möglichkeit die Zulassung zu bekommen. Es müssen mindestens sechs Jahre Berufstätigkeit in einem Handelsbetrieb nachgewiesen werden.

Da die Ausbildung bei den verschiedenen Trägern jedoch auf einer bestehenden Vorbildung aufsetzt, ist eine entsprechende Vorbereitung unerlässlich. Hat der Lehrgang erst einmal begonnen, dann ist meist zum Nacharbeiten keine Luft mehr.

Eine wichtige Anmerkung hätte ich noch für die eiligen Kollegen unter Euch. Die Qualifikation muss erst zur Prüfung erfüllt sein. Somit ist es bei einer durchschnittlichen Lehrgangsdauer von 2 Jahren fast immer möglich, direkt nach der Ausbildung, spätestens ein Jahr danach, mit dem Fachstudium zu beginnen.

 

Was muss ich den da so lernen und wie viele Stunden sind vorgesehen?

Tja, bei den Inhalten sind folgende Kernthemen vorgesehen:

  • Recht (Arbeitsrecht, Firmenrecht, Steuerrecht, Wettbewerbsrecht und rechtliche Grundlagen)
  • Kosten- und Leistungsrechnung (Wirtschaftsrechnen, Kostenrechnung, Buchführung)
  • betriebliche Inhalte (Betriebsorganisation, Beschaffung, Lagerhaltung, Logistik, Finanzen, Unternehmensführung)
  • Personalwesen
  • Volkswirtschaftslehre
  • ADA (Ausbildung der Ausbilder

Je nach Bildungsträger und persönlicher Vorbildung, stehen Träger mit verschieden großen Unterrichtsblöcken zur Wahl. Zwischen ca. 550 und 980 UEs (Unterrichtseinheiten) sind am Markt vertreten. Die Kosten sind jedoch zumeist nicht linear zu den UEs aufgebaut. Es gibt Vorbereitungslehrgänge die 3.000 € kosten, es sind aber auch 5.500 € im Angebot. Bei den Kursen mit niedrigerer Stundenzahl, ist zumeist eine sehr hohe Qualifikation der Ausbilder zu nennen. Die allerdings auf hohem Niveau entlohnt werden wollen. Wenn man sich nicht sicher ist, was man als Vorbildung mitbringt, dann empfehle ich den etwas längeren Kurs zu wählen. Die Möglichkeit Inhalte nachträglich zu erlernen ist dann wenigstens nicht durch eine hohe Lerndichte verbaut.

 

Rechnet sich die Investition?

Neben dem besseren Standing im Unternehmen, kommt eine höhere Entlohnung durch den verbesserten Karriereweg meist kurzfristig zum tragen. In den meisten Fällen wird von Lohnzuwächsen in Höhe von ca. 600 € monatlich in den ersten Jahren und bis zu 1.000 € in den Folgejahren ausgegangen. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Fortbildung doch eine lohnende Sache, oder?