XL 1200 ANV Sportster Custom - 110 Anniversary Edition

Das Jubiläumsmodell aus der 110 Jahre Edition verfügt über einige Features, die in den unlimitierten Versionen nicht montiert sind. Zum Einen fallen direkt die Wings an den Tankseiten ins Auge, zum Anderen ist eine fortlaufende Seriennummer auf dem Tank plakettiert. Die Sitzbank hat braune Applikationen und der Motor ist mit diversen Verzierungen und Einsätzen aufgewertet.

Der Evolutionmotor bietet neben 67 PS, ein Drehmoment von 98 Newtonmeter. Das 5 Ganggetriebe läßt mit dem ruckfreien Zahnriemenantrieb  jederzeit ein angenehmes Beschleunigen zu. Das zusätzlich montierte Windschild erhöht die Cruisereigenschaften und ermöglicht auch längere Fahrten mit höheren Geschwindigkeiten. Bei den Sportstermodellen ist es angenehm, wenn grössere Fahrer sich zusätzliche Highwayrasten montieren. Dies ist am optionalen Motorschutzbügel problemlos möglich. Unsere Maschine ist um 1,2 Zoll tiefer gelegt und mit Mittelfußrasten versehen. Ursprünglich ist eine vorverlegte Fußrastenanlage montiert.

 

 

So nun den Zündschlüssel eingesteckt und gedreht. Die Alarmanlage signalisiert dann kurz das es losgehen kann und das Triebwerk erwacht nach einem kurzem Druck auf den Startknopf zum Leben. Ein dumpfes Grollen, begleitet von dem typischen Wanken des Evolution Motors, macht direkt Lust auf mehr.

 

 

 

 

 

 

Der Motor ist nicht mehr direkt am Rahmen montiert, sondern so geschickt gedämpft, das es bei steigender Drehzahl zu einer Beruhigung des Maschine kommt. Durch die integrierte Sitzposition fühlt man sich sofort auf der Sportster zu Hause.


 

Das massige Vorderrad, in Kombination mit dem Customlenker, vermitteln jederzeit einen guten Kontakt zur Fahrbahn und erhöht die eh schon guten Geradeauslaufeigenschaften der Maschine. Die Bremskraftverteilung ist jedoch für einen Umsteiger gewöhnungsbedürftig. Die Vorderradbremse verzögert etwas träger als von meinem Tourer gewohnt. Das liegt am niedrigen Schwerpunkt der Sportster und wird noch vom langem Radstand verstärkt.

Der positive Nebeneffekt liegt in der besseren Haftung des Hinterreifens beim Bremsmanöver. Man muß sich eben an die etwas andere Verteilung der einzusetzenden Bremskräfte gewöhnen und mit dem Fuß etwas beherzter zu Werke gehen.

Die Beschleunigung ist, wie von dem 1,2 Liter Twin nicht anders zu erwarten, enorm. Die Sportster kann locker mit meiner 4 Zylinder 1100 GSX-F mithalten, wenn nicht sogar im ersten Step übertrumpfen. Der erste Gang bedarf nur leicht erhöhtem Standgas um die Maschine auf 40 km/h zu beschleunigen. Im Stadtverkehr ist der zweite Gang die richtige Wahl. Im dritten Gang rollt es sich im Standgas schon mit 60 km/h durch die City.
Auf der Landstraße ist man im fünften Gang bei 100 Stundenkilometern schon fast gehetzt. Der vierte Gang lädt hier schon mehr zum gemütlichen Cruisen ein. Gut, schnelle Autobahnfahrten sind ebenfalls jederzeit möglich, aber stehen nicht wirklich für das reguläre Image und das Outfit der Maschine. Bis 130 km/h sind hinter der großen Scheibe immer möglich, darüber zieht es dann aber den Oberkörper schon ziemlich nach hinten. Ohne Scheibe ist die Landstraße aber das richtige Revier, für dieses rundum gelungene Motorrad.

Nach nunmehr 1.700 Km haben wir die ersten Erfahrungen sammeln können. Die anfängliche Umstellung mit der Getriebeübersetzung geht schnell ins Blut über. Die ersten längeren Touren sind gefahren und die Gewöhnung ist abgeschlossen. Die Maschine läßt sich mit ein wenig mehr Kraftaufwand als mit einem Racer, genauso zügig auf Landstraßen bewegen wie meine 1100 F. Einige Ausfahrten an die Xantener Südsee und zur Rheinfähre, sowie zum Roadhouse haben dazu geführt, dass die erste Inspektion im Juni fällig wurde, ohne weitere Anmerkung unseres Schraubers.

Augenmerk sollte man jedoch auf die hintere Felge werfen. Die Hochglanzfelge nimmt den Abgassschmauch recht schnell an. Hierzu gibt es aber von HD den passenden Reiniger. Aber putzen gehört ja eben auch dazu, oder?